Lose Gedanken

14. August 2009

Schissmehl im Hunsrück

Gespeichert unter: Erkenntnis, MomentGedanke, Natur — hjg @ 20:08

Heute kam ich aus einem wunderschönen Urlaub zurück, den ich mit guten Freunden verbringen durfte, da lese ich die Mail von meinem Lieblingsbruder: Er hat endlich(!) herausgefunden was das im Hunsrück so gut bekannte und viel zitierte „Schissmehl“ ist.

Es handelt sich bei dieser Pflanze, die man in unserer hunsrücker Heimat so lautmalerisch als Schissmehl bezeichnet, um ein Fuchsschwanzgewächs mit dem Namen Weißer Gänsefuß“.

Natürlich kann ich mich nicht dafür verbürgen, dass es überall im Hunsrück die gleiche Pflanze beschreibt, aber bei uns (Berschweiler bei Kirn) war es damals genau diese Pflanze. Der Begriff wird nicht nur für dieses „Unkraut“ verwendet, sondern auch scherzhaft für alles andere was ungewollt oder ohne fremdes Zutun erfolgreich wächst und gedeiht.

Das hat mein Bruder doch tatsächlich ganz ohne meine Hilfe herausgefunden. Und jetzt wissen wir: weißer Gänsefuß - datt wechst wie Schessmehl.   :-)

Hier kann man etwas über die Pflanze nachlesen:

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/weisser-gaensefuss.htm

29. Oktober 2007

Zweckgemeinschaften

Gespeichert unter: Natur, Tierwelt, Verhalten — hjg @ 20:10

Manchmal denke ich darüber nach wie alleine ich bin. Ich und mein Mikrokosmos der Milliarden von Bakterien beherbergt. Dazu kommen dann noch etliche Viren, Pilze und Ammöben und ein paar Milben.

Seit millionen Jahren leben sie mit uns (in und auf uns) und prägen unsere Kultur (ja, richtig gelesen). Sie helfen bei der Verdauung und dem Bekämpfen von Eindringlingen, unterstützen unsere Partnerwahl und wahrscheinlich kennen wir längst nicht alle Wirkmechanismen. (mehr…)

Mitochondrium und sein Joint Venture

Gespeichert unter: Natur — hjg @ 19:10

Wenn ich das nächste Mal wieder ein Gefühl tiefer kosmischer Dankbarkeit empfinde, werde ich auch das Mitochondrium mit einschließen. Erhalten habe ich es von meiner Mutter. Sie vererbte es mir über das Plasma ihrer Eizelle. Sie bekam es von ihrer Mutter, die es wiederum von ihrer Mutter bekam, genau wie die ganzen Generationen davor. Es ist verantwortlich für den Energieumsatz meiner Körperzellen und schon seit Urzeiten in meiner Sippe beheimatet.

Irgendwo innerhalb einer Ursuppe von Organismen entschloss dieses Organell sich zur Symbiose mit einer eukaroytischen Zelle (Ich muss solche Begriffe übrigens auch nachschlagen.). Aus diesem Joint Venture wurde dann ein echtes Erfolgsmodell. Es hat zwar jede noch ihr eigenes Erbgut, aber beide sind hochspezialisiert und können nicht mehr ohne einander leben – wozu auch.

Man geht mittlerweile davon aus, dass ein Transfer der Genome gar nicht so selten ist (z.B. von Bakterien auf Pflanzen oder Tiere).

Auf die Existenz von Mitochondrien stieß ich übrigens in einem Taschenbuch mit dem Titel „Die sieben Töchter Evas“ von Bryan Sykes und Andreas Kamphuis, das ich während einem schönen Osterurlaub in Wyk auf Föhr gelesen habe (nachahmenswert!).

28. Oktober 2007

Katze und Hund

Gespeichert unter: Kommunikation, Natur, Tierwelt, Verhalten — hjg @ 13:10

Für einen Hund ist das Leben kompliziert und wechselhaft. Er muss wissen wo er steht und immer wieder überprüfen wie die Befindlichkeiten seiner „Großfamilie“ sind. Nur ein gut geführtes Rudel sorgt für Nahrung und Nachkommen. Das weiß er genau! Da er ein echtes Naturtalent für das Erspüren von sozialen Dynamiken und deren Störungen oder Krankheiten ist, hat er das aber gut im Griff.

Woher das Futter kommt und warum aus geruchsneutralen Dosen plötzlich Nahrung sprudelt kann er sich nicht so ganz erklären. Er muss nur befürchten, dass er eines Tages selber diese Dosen aufstöbern oder sogar für ein eigenenes Rudel sorgen muss. Das bleibt ihm aber hoffentlich erspart.

Solange er ein Herrchen oder Frauchen hat (Leittier) auf die man sich als guter Hund verlassen kann und die einem genau sagen was zu tun ist, muss er sich keine Sorgen machen. Er braucht nur nach einem guten Grund suchen, warum er trotzdem unersetzlich ist. Schließlich kann er viel besser hören, riechen und (siehe oben) die Störungen erkennen und wiederspiegeln als alle anderen im Rudel. Das sollte doch schon mal was Wert sein?!

Das Leben der Katze ist nicht minder anstrengend. Auch sie hat sehr feine Antennen und weiß um die Probleme und Ängste der Nahrungsversorgung, Leitkultur und dem Finden eines guten Platzes für den Mittagsschlaf, nur mit einem kleinen Unterschied: Ihr ist es egal. Wenn es hier nicht funktioniert findet sie noch einen besseren Platz, da ist sie sich sicher.

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