Lose Gedanken

22. Juni 2009

REBT / REVT („Rational-Emotive Verhaltenstherapie“)

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Kurze Einführung in die „Rational Emotive Behavior Therapy (REBT)“

Die REBT (dt. REVT, „Rational-Emotive Verhaltenstherapie“) ist eine kognitive Verhaltenstherapie, die von Albert Ellis in Amerika begründet wurde. Im Wesentlichen beruht sie auf den folgenden Erkenntnisen:

  • Unsere Emotionen sind die Folge unserer Gedanken. Sie werden im Wesentlichen von uns selbst erzeugt, weil wir die auf uns einwirkenden Ereignisse – gemäß der eigenen Überzeugungen – als gut, schlecht oder neutral bewerten. Sind unsere Überzeugungen irrational, so folgen aus ihnen meistens unangemessene und teilweise dramatische Emotionen.
  • Die gegenwärtigen Probleme beruhen auf unseren gegenwärtigen Ideen und Gewohnheiten, egal wann oder wie diese erworben wurden.
  • Unsere eigene Philosophie kann von uns kritisch hinterfragt und durch Einsicht geändert werden. Sind unsere Überzeugungen und Gewohnheiten irrational und wenig hilfreich, haben wir die Möglichkeit sie durch einen gründlichen Disput und bewusste Verhaltensänderungen zu verbessern (sog. „elegante Lösung“).

Problematisch sind vor allem die sog. „Mussturbationen“, mit denen in der REVT unsere vorbehaltlosen „Soll- und Muss-Vorstellungen“ umschrieben werden. Die drei Haupt-Muss-Vorstellungen, die emotionale Probleme hervorrufen können, lauten:

  1. „Ich muss eine gute Leistung erbringen und/oder die Anerkennung wichtiger Persönlichkeiten finden, sonst bin ich eine unzulängliche Person!“
  2. „Du musst mich fair und rücksichtsvoll behandeln und mich nicht über Gebühr frustrieren, sonst bist du verdorben.“
  3. „Mein Leben muss mir die Wünsche erfüllen, die ich habe, und muss mich vor Unheil bewahren, sonst ist das Leben unerträglich und ich kann überhaupt nicht glücklich sein.“

Die Systematik der Therapie kann im sog. „REVT-Alphabet“ anschaulich gemacht werden. Hier eine vereinfachte Darstellung:

Das REVT-Alphabet (vereinfacht)

G

Zielvorstellungen Wir verfolgen in unserem Leben bestimmte Ziele.

A

Aktivierendes Ereignis Ein selbst- oder fremdverursachtes Ereignis tritt ein.

B

Überzeugungen Wir bewerten das Ereignis anhand unserer Überzeugungen als Störung für unsere Ziele oder unser Wohlbefinden.

C

Konsequenzen Wir reagieren mit den Emotionen die durch unsere Bewertung ausgelöst werden.

D

Disput Wir können die Bewertung kritisch hinterfragen, mit dem Ziel irrationale Überzeugungen zu eliminieren und durch rationale, hilfreiche Überzeugungen zu ersetzen.

E

Neue Philosophie Eine effektive neue Philosophie und mit ihr die entsprechenden Emotionen und Verhaltensweisen werden etabliert. Sie können bei Bedarf erneut hinterfragt werden.

Der Disput ist ein wesentliches Element, er muss gründlich und i.d.R. wiederholt durchgeführt werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Sobald der betreffende Gedanke (Idee/Glaubenssatz) entdeckt ist, wird er gründlich diskutiert um Widersprüche und Schwierigkeiten aufzudecken. Dabei soll geklärt werden, ob die zugrunde liegende Idee objektiv nachprüfbar, zutreffend und für das eigene Wohlbefinden bzw. die Zielerreichung nützlich ist. Irrationale Vorstellungen sind meistens widerlegbar oder gar nicht erst nachprüfbar. Manchmal sind sie zwar richtig, werden in ihren Auswirkungen aber stark überzogen dargestellt.

Bei größeren objektiven Problemen ist es sinnvoll festzustellen, ob aus ihnen bereits emotionale Probleme entstanden sind und diese dann als erstes anzugehen.

Es scheint ein natürliches Bestreben im Menschen zu existieren, neben den rationalen und der eigenen Erfüllung dienlichen, auch absolut irrationalen Denk- und Verhaltensweisen folgen zu wollen (z.B. aus hedonistischen Motiven, Traditionen etc.), sie sogar für sich selbst zu entwickeln. Ein Mensch kann jedoch durch Einsicht und bewusste Entscheidung jederzeit eine Verbesserung der eigenen Situation einleiten.

Bei größeren Misserfolgen oder bemerkenswerten Erfolgen im Leben und gleichzeitig vernunftwidriger Bewertung, kommt es zu übermäßigen negativen oder positiven Gefühlen. Gepaart mit der Vorstellung der Mensch definiere sich über seine erfolgreichen Taten, führt das dann zu falschen Schlussfolgerungen oder Erwartungen hinsichtlich der eigenen Person. Ziel sollte es sein die eigenen Lebenspläne verwirklichen zu können ohne sich durch falsche Glaubenssätze zu blockieren und auftretenden Schwierigkeiten mit den „richtigen“ Gefühlen zu begegnen.

Die REVT kann nicht das Erleben von schmerzhaften Erfahrungen und unangenehmen – der Situation angemessenen – Gefühlen verhindern. Sie ist auch kein schnellwirkendes „Zaubermittel“. Jede Verhaltensänderung setzt ein konsequentes sowie kreatives Arbeiten an den Problemen voraus und dass beim Auftreten von Rückschlägen nicht aufgegeben wird.

Quelle: „Training der Gefühle“ (Albert Ellis, MVG-Verlag 2006).
Hier habe ich noch eine kleine Sammlung mit den wichtigsten Aussagen die ich mir aus dem Buch herausgeschrieben habe.
Bei Google habe ich sogar eine Buch-Vorschau gefunden.

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