Wir alle haben Glaubenssätze verinnerlicht. Sie sprechen oft als innere Stimmen zu uns. Es sind selbstformulierte Sätze, abgeleitet aus unseren Wertvorstellungen und Zielen, oder Sätze von anderen, Ermahnungen oder Ratschläge der Eltern, Freunde, Medien usw. Sie können dem gesunden Menschenverstand entsprungen sein, einer Tradition, Religion, Politik, Wissenschaft, Esoterik oder ganz einfach einer Mode.
Manche dieser Sätze kennt man ganz genau. Sie sind laut und rufen uns oft zu. Manche sind weniger bekannt. Sie sind leise und flüstern nur manchmal, sind unverständlich oder unsichtbar. Eines haben alle Glaubenssätze aber gemeinsam: Sie wirken.
Das Denken, Fühlen und Handeln wird von ihnen beeinflusst. Das passiert manchmal bewusst, meistens aber unbewusst, denn wir denken nicht mehr über sie nach. Schließlich haben wir sie ja etabliert damit sie uns beim Denken und Handeln entlasten und wir uns um andere Dinge kümmern können. Wir suchen immer nach Entlastung, ganz besonders unser Gehirn. Völlig automatisch wendet es unsere jeweiligen Denkgewohnheiten an, sobald die Aufgabe nur ähnlich genug erscheint.
Viele unserer Glaubenssätze sind hilfreich und gut, manche machen uns Schwierigkeiten und manchmal sind sie absolut schädlich. Gelegentlich widersprechen sie sich sogar einander und es bleibt unserem Unterbewusstsein nichts anderes zu tun als das kleinere Übel in Kauf zu nehmen. Zurück bleibt dann meistens ein ungutes Gefühl.
Das scheint mir Grund genug, um den inneren Wahrheiten auf den Grund zu gehen, der inneren Stimme öfter nachzuspüren, herauszufinden woher die Regeln stammen und bei meinen Mitmenschen auf solche Glaubenssätze zu achten.
Mut ist, wenn man etwas ungewohntes denkt. Nicht alles was wir glauben und häufig denken ist immer richtig. Manches kann man verbessern oder sogar entfernen und bei einigen unserer Glaubenssätze ist es ganz einfach ein beruhigendes Gefühl, dass sie der Prüfung standgehalten haben und weiterhin als gut und hilfreich gelten.
Nachtrag:
Jetzt habe ich im Internet eine Seite von Doris Wolf entdeckt. In dem Artikel geht es u.a. um die eigene Einstellung, was so ziemlich das selbe sein dürfte wie meine „Glaubenssätze“ (http://www.psychotipps.com/einstellungen.html).
Da ich ja einige ihrer Bücher kenne, wurde ich auch von ihren Lehren beeinflusst.
Ein schönes Beispiel dafür, wie lange sich schlechte Denk- und Rede-Gewohnheiten halten können, findet sich in diesem Artikel „1. In der Hitze der Nacht – Müntefering„…
Kommentar von hjg — 20. Juni 2009 @ 08:06 |