Lose Gedanken

27. Mai 2008

Ein Mann sein (Männerliteratur)

Gespeichert unter: Denken, Gesellschaft, MannSein — hjg @ 18:05

Auch für mich wurde es Zeit endlich intensiv über die eigene Männlichkeit nachzudenken. Als Hilfestellung habe ich mir fünf Bücher dazu besorgt und ich muss sagen, sie haben mir sehr dabei geholfen. smile_regular
Das erste (und bislang beste) ist von Steve Biddulph und heißt „Männer auf der Suche“. Es zeigt anschaulich warum Söhne, die nicht genügend bevatert wurden, Probleme mit der eigenen Männlichkeit haben. Der Autor wertet Literatur und eigene Erfahrungen als Therapeut aus und berichtet nicht zuletzt von seinen persönlichen Erfahrungen und Problemen als Mann. Außerdem gibt er viele Beispiele aus Initiationsriten und Männererziehung bei Naturvölkern und hat Vorschläge für die eigene Entwicklungsarbeit.

Hier seine „Sieben Schritte zur Männlichkeit“:

  1. Kommen Sie mit Ihrem Vater ins Reine.
    Er ist das Verbindungsglied zur Männlichkeit.
  2. Entdecken Sie die „heilige Dimension“ Ihrer Sexualität.
    Die eigene sexuelle Energie anerkennen und die Kunst der Jagd erlernen.
  3. Nehmen Sie Ihre Partnerin als ebenbürtig an.
    Sie ist andersartig aber ebenbürtig.
  4. Beteiligen Sie sich aktiv an der Erziehung Ihrer Kinder.
    Den Kindern ein Vorbild sein und ein gesundes Verhältnis zu ihnen aufbauen.
  5. Lernen Sie echte Männerfreundschaften zu begründen.
    Freunde können sich gegenseitig emotional unterstützen und konstruktiv kritisieren.
  6. Suchen Sie eine Arbeit, hinter der sie voll und ganz stehen.
    Jeder Mann braucht eine richtige Aufgabe für sich und für eine bessere Welt.
  7. Befreien Sie Ihren ungezähmten Geist.
    Die eigene maskuline Spiritualität entwickeln.

Insbesondere die Ausführungen zum gesunden Einfluss des Vaters auf die Entwicklung von Sohn und Tochter und die Unterstützung der Erziehung durch echte Männerfreundschaften (verschiedener Altersstufen) haben mich auf vielfache Weise berührt (lesenswert!). star

Durch das vorgenannte Buch bin ich auch auf einen „Klassiker“ aufmerksam geworden. Das Buch „Eisenhans“ von Robert Bly, beschreibt die Mannwerdung anhand alter Geschichten und Mythen. Kernthema ist dabei das Märchen „Der Eisenhans“ das unter verschiedenen Variationen z.B. „Goldhaar“, „Goldener“, „Der Jüngling im Feuer und die drei goldnen Federn“ bekannt ist (vgl.http://www.hekaya.de/maerchen/titel.html).

Ein ebenfalls gutes Buch ist von Manfred Twrznik mit dem Titel „Aufbruch zum Mann“. Es beschreibt ausschließlich das archetypische Modell des Mannes, mit dem ich selbst sehr gut zu recht komme. Der Autor ist ein Mann mit vielen Erfahrungen aus der Männerarbeit. Er gibt zahlreiche persönliche Beispiele und hat Vorschläge für die Beschäftigung mit den eigenen Archetypen. lightbulb

Für die christliche Sicht des Mannes und seiner natürlichen Männlichkeit ist das Buch von John Eldredge mit dem Titel „Der ungezähmte Mann“. Es gibt durchaus kritische Hinweise auf die unvollständige – weil zahme und ungefährliche – Bibel-Deutung vom „richtigen“ Mann, wie sie in der christlichen Kirche vermittelt wird. Zum Verständnis und zur Akzeptanz des Werkes, sollte der Leser jedoch der christlichen Vorstellung von Gott zugänglich sein.

Einen eher spirituellen Erklärungsansatz verfolgt David Deida in seinem Werk „Der Weg des wahren Mannes“. Es beschreibt plausibel männliche (und weibliche) Prinzipien. Die Aussagen sind kompromisslos und nicht immer angenehm, aber durchaus glaubwürdig.

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